Es ist der Albtraum jedes OP-Managers: Das Team steht bereit, das sterile Besteck ist offen, der Chirurg wäscht sich. Doch in der Einleitung zieht der Anästhesist die Notbremse: “Patient hat heute Morgen gefrühstückt” oder “Patient hat ASS nicht abgesetzt”. Der Slot ist verloren. Warum diese teuerste aller Ineffizienzen heute kein Schicksal mehr ist, sondern ein vermeidbarer Prozessfehler.
In deutschen Krankenhäusern liegt die Quote der kurzfristigen OP-Absagen (Day-of-Surgery Cancellations) je nach Fachbereich zwischen 5 % und 15 %. Wir akzeptieren diese Zahl oft als “rauschendes Hintergrundgeräusch” des Klinikalltags. Patienten werden krank, Patienten vergessen Anweisungen. “Da kann man nichts machen.”
Doch ökonomisch betrachtet ist jeder dieser Fälle eine Katastrophe. Eine OP-Minute kostet (je nach Berechnungsgrundlage und Personal) zwischen 30 € und 80 €. Ein ausgefallener 2-Stunden-Slot verbrennt also nicht nur Umsatz, sondern verursacht Leerkosten von mehreren tausend Euro. Dazu kommt der Frust: Chirurgen sind verärgert, das Pflegepersonal muss umplanen, und der Patient fährt traumatisiert nach Hause.
Die Ursache ist fast immer ein Kommunikations-Blackout in den entscheidenden 7 Tagen vor dem Eingriff. Motus Health schließt diese Lücke. Wir verwandeln den “Blindflug” vor der Aufnahme in einen überwachten Prozess und geben Anästhesisten ein digitales “Frühwarnsystem”.
Anatomie des Scheiterns: Warum OPs wirklich platzen
Wenn man die Gründe für medizinische (nicht organisatorische) Absagen am OP-Tag analysiert, kristallisiert sich ein Muster heraus. Es sind selten unvorhersehbare Katastrophen, sondern meist vermeidbare Banalitäten:
- Medikamenten-Fehler: Der Patient hat vergessen, seine Antikoagulantien (Blutverdünner) oder Metformin abzusetzen.
- Akute Infekte: Der Patient hat seit zwei Tagen Husten und leichtes Fieber, kommt aber trotzdem (“wird schon gehen”) – und wird vom Anästhesisten wegen Pneumonie-Risiko nach Hause geschickt.
- Nüchternheits-Verstöße: Trotz Aufklärung hat der Patient morgens einen Kaffee mit Milch getrunken.
- Dekompensation: Der Blutdruck ist am Aufnahmetag entgleist (>180 mmHg systolisch), weil der Patient vor Aufregung seine Medikamente nicht genommen hat.
Das Problem: In der analogen Welt erfährt der Anästhesist davon erst um 07:15 Uhr im Einleitungsraum. Zu diesem Zeitpunkt ist es unmöglich, den Slot neu zu besetzen. Der Umsatz ist weg.
Die Lösung: Das “Traffic Light” System für den OP-Plan
Stellen Sie sich vor, Sie könnten den Gesundheitszustand und die Compliance Ihrer Patienten 3 Tage vor dem Termin scannen – vollautomatisch.
Motus Health fungiert als verlängerter Arm der Prämedikations-Ambulanz. Unsere App begleitet den Patienten durch die kritische “Wash-out”-Phase und liefert die Daten in Echtzeit auf das Dashboard der Anästhesie-Abteilung.
1. Der digitale “Gatekeeper” (Medikamenten-Check)
Statt auf einen Zettel zu hoffen, erhält der Patient in der App Push-Benachrichtigungen:
- “Achtung: Ab heute bitte kein Aspirin mehr einnehmen. Bitte bestätigen.”
- “Erinnerung: Morgen früh Ihre Beta-Blocker wie gewohnt nehmen.”
Bestätigt der Patient diese Aktionen nicht, springt sein Status im Dashboard auf “Gelb” oder “Rot”. Das Case Management kann Tage vorher anrufen und korrigieren.
2. Das Infekt-Radar
3 Tage vor der OP fragt die App gezielt nach Symptomen: Haben Sie Fieber? Husten? Fühlen Sie sich krank? Meldet der Patient Fieber, erscheint eine Warnung im Klinik-Dashboard. Der Vorteil: Sie können den Patienten telefonisch abbestellen (48h vorher) und den Slot mit einem Patienten von der Warteliste füllen. Der OP-Saal bleibt voll ausgelastet.
3. Nüchternheit als Prozess
Am Vorabend und am Morgen der OP sendet die App kritische Alerts: “Ab jetzt nichts mehr essen.” Wir nutzen psychologisches “Nudging”, um sicherzustellen, dass die Regeln verstanden und eingehalten werden.
Der Anästhesie-Vorteil: ASA-Optimierung statt Absage
Es geht nicht nur darum, “No-Gos” zu verhindern, sondern den Patienten zu optimieren. Ein Patient, der 4 Wochen mit Motus prähabilitiert wurde (Atemtraining, Bewegung), kommt oft mit einem besseren physiologischen Status in den OP.
- Raucherentwöhnung: Motus unterstützt den Rauchstopp. Ein rauchfreies Intervall von 4 Wochen reduziert das Risiko pulmonaler Komplikationen signifikant.
- Angst-Reduktion: Weniger präoperative Angst korreliert oft mit stabileren Hämodynamik-Werten bei der Einleitung.
Für den Anästhesisten bedeutet das: Ein stabilerer Patient, eine sicherere Narkoseführung und weniger Stress bei der Einleitung.
Der ROI: Was kostet Sie kein Monitoring?
Lassen Sie uns konservativ rechnen. Ein Krankenhaus mit 10 OP-Sälen.
- Täglicher Umsatz pro Saal (kalkulatorisch): ca. 15.000 €.
- Abbruchquote (vermeidbar): 3 %.
- Das bedeutet: Jeden Tag “verbrennen” Sie statistisch gesehen einen halben OP-Slot.
- Verlust pro Jahr: Hunderttausende Euro.
Die Investition in Motus kostet einen Bruchteil einer einzigen ausgefallenen TEP-Operation. Wenn Motus in Ihrer Klinik nur eine einzige “Last Minute Cancellation” pro Monat verhindert, hat sich das System für die gesamte Abteilung bereits amortisiert.
Digitales Monitoring ist die günstigste Versicherung gegen Leerstand, die Sie kaufen können.
Die neue Rolle der Prämedikations-Ambulanz
Viele Kliniken sehen die Prämedikations-Sprechstunde als lästige Pflicht. Mit Motus werten Sie diesen Bereich auf. Die Sprechstunde findet Wochen vor der OP statt (juristische Aufklärung). Danach riss bisher der Faden ab. Mit Motus bleibt der “Draht” zum Patienten bestehen.
Die Anästhesie-Pflege oder das Case Management schaut morgens einmal auf das Dashboard (“Ampel-Check”):
- 20 Patienten für nächste Woche geplant.
- 18 sind GRÜN (Alles okay, Training läuft, keine Symptome).
- 2 sind ROT (Einer hat Fieber gemeldet, einer hat die App nicht genutzt).
Sie konzentrieren Ihre Personalressourcen nur auf die 2 “roten” Patienten. Das ist Management by Exception. Effizienter kann Personal nicht eingesetzt werden.
Fazit: Planbarkeit ist kein Zufall
Ein OP-Plan ist nur so gut wie die Zuverlässigkeit der Patienten, die darauf stehen. In einer Zeit, in der Fachpersonal fehlt und Sachkosten explodieren, ist ein leerer OP-Saal um 8:00 Uhr ein betriebswirtschaftlicher Sündenfall.
Verabschieden Sie sich vom “Prinzip Hoffnung” am Morgen der OP. Nutzen Sie Motus Health, um Ihren Anästhesisten das Werkzeug zu geben, das sie brauchen: Vorausschauende Sicherheit.
Ein Patient, der digital überwacht wird, ist ein Patient, der operiert wird.
Wie hoch ist Ihre "Day-of-Surgery" Abbruchquote?
Wahrscheinlich höher, als Ihnen lieb ist. Wir laden OP-Manager und Chefärzte der Anästhesie ein, das Motus Dashboard zu testen. Sehen Sie selbst, wie Sie mit dem “Ampel-System” schon 3 Tage vorher erkennen, welcher Patient wackelt – und den Slot retten können.
Quellen & Evidenz
- Schuster, M., et al. (2013). The effciency of the operating room: Keep the expensive resource running. (Standardwerk zum OP-Management und Kosten von Wechselzeiten/Ausfällen).
- Argo, J. L., et al. (2009). Elective surgical case cancellation in the Veterans Health Administration system: identifying areas for improvement. American Journal of Surgery. (Analyse der Gründe: >50% sind vermeidbar).
- Ferschl, M. B., et al. (2020). Case cancellation rates in ambulatory surgery: A quality improvement project. (Zeigt, dass präoperative Telefonate/Checks die Rate senken – Motus digitalisiert diesen Anruf).


