Die ökonomische Realität in der Endoprothetik
In der operativen Orthopädie, insbesondere in der Endoprothetik, ist die chirurgische Exzellenz der Standard. Der wirtschaftliche Erfolg einer Abteilung wird jedoch maßgeblich von anderen Faktoren bestimmt: Patientendurchsatz und Effizienz. Im deutschen DRG-System ist die Verweildauer (Length of Stay, LoS) der härteste KPI.
Jeder Tag, den ein Patient über die untere Grenzverweildauer hinaus im Bett verbleibt, kostet die Klinik bares Geld. Der “Drehtür-Effekt” – ein optimierter, schneller und sicherer Patientendurchsatz – ist kein “Nice-to-have”, sondern eine ökonomische Notwendigkeit, um Wartezeiten zu managen und die Abteilung profitabel zu halten.
Das Problem: Die “Drehtür” klemmt oft. Und sie klemmt nicht im OP, sondern am Bett des Patienten.
Der “Bed Blocker”: Warum der Patientenzustand die Verweildauer diktiert
Der limitierende Faktor für eine schnelle Entlassung ist fast nie die OP-Technik, sondern der präoperative Zustand des Patienten.
Ein sarkopenischer, mangelernährter oder “frail” Patient, der mit geringer funktioneller Kapazität in die Elektiv-OP kommt, ist vorprogrammiert für eine verlängerte LoS. Dieser Patient:
- scheitert an der Frühmobilisierung am Tag 0 oder 1.
- entwickelt häufiger Komplikationen (von Delir bis Pneumonie).
- erreicht die Entlassungsziele (Treppensteigen, Bücken) erst Tage später.
- blockiert ein Bett, das für den nächsten elektiven Patienten benötigt wird.
Die aktuelle Evidenzlage ist hier eindeutig: Der präoperative funktionelle Status ist einer der stärksten Prädiktoren für die postoperative LoS und Morbidität. Hier “abzuwarten” und erst postoperativ mit der Reha zu beginnen, ist ein ineffizientes und teures Vorgehen.
Die Evidenz: Wie Prähabilitation die LoS bei TEP nachweislich verkürzt
Die Lösung liegt in der Prähabilitation. Im Kontext der Endoprothetik bedeutet dies primär die gezielte Stärkung der periartikulären Muskulatur und die Optimierung der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit.
Meta-Analysen und randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) für Hüft- und Knie-TEP-Patienten zeigen ein konsistentes Bild:
- Gesteigerte Kraft: Patienten in Prähab-Gruppen zeigen signifikant höhere Werte bei der Quadrizeps-Kraft und der allgemeinen funktionellen Kapazität (gemessen z.B. im 6-Minuten-Gehtest) vor der OP.
- Verbesserte Frühmobilisierung: Diese präoperative Stärke korreliert direkt mit der Fähigkeit, postoperativ schneller aufzustehen, die ersten Schritte zu gehen und die physiotherapeutischen Ziele zu erreichen.
- Verkürzte LoS: Diverse Studien belegen eine statistisch signifikante Reduktion der Krankenhausverweildauer um durchschnittlich 1,5 bis 3 Tage bei Patienten, die ein multimodales Prähabilitationsprogramm absolvierten.
Klinisch ist der Fall klar. Doch die Implementierung von Prähabilitation für 800 TEP-Patienten pro Jahr scheitert oft an der Logistik, den Personalkosten und vor allem: an der mangelnden Adhärenz der Patienten zu Hause.
Das Implementierungs-Problem: Warum Ihr Übungszettel nicht funktioniert
Das Problem des Status Quo ist das “Hoffnungsprinzip”. Wir geben dem Patienten einen Flyer mit Übungen und hoffen, dass er sie macht. Wir haben keine Daten, keine Kontrolle und kein Monitoring.
Um den “Drehtür-Effekt” wirtschaftlich planbar zu machen, brauchen Sie jedoch Prozesstreue. Sie müssen sicherstellen, dass der Patient die Intervention auch wirklich durchführt.
Genau hier wird Prähabilitation von einer klinischen Idee zu einem ökonomischen Werkzeug – wenn sie digitalisiert wird.
Die Lösung: Motus Health als Werkzeug für Patientendurchsatz und Adhärenz-Monitoring
Motus Health ist nicht einfach eine “Patienten-App”; es ist ein Prozessmanagement-Tool für Ihre Abteilung, das die Adhärenz-Lücke schließt.
Statt auf Papier zu hoffen, ermöglicht Motus Health einen skalierbaren, messbaren und ressourcenschonenden Prähabilitations-Prozess:
- Skalierbare Bereitstellung: Statt 1:1-Physiotherapie können Sie hunderte Patienten gleichzeitig mit standardisierten, video-basierten TEP-Protokollen versorgen.
- Messbare Adhärenz (Der Game-Changer): Das motus Clinician Dashboard zeigt Ihnen auf einen Blick, welcher Patient seine Übungen macht und welcher nicht. Sie managen nicht mehr im Blindflug, sondern datenbasiert.
- Ressourcen-Steuerung: Ihr Case Management oder Ihre Physiotherapie kann sich auf die “Low-Performer” (Patienten mit geringer Adhärenz) konzentrieren, anstatt alle Patienten mit der Gießkanne zu betreuen.
- Wirtschaftliche Planbarkeit: Wenn Sie wissen, dass 85% Ihrer Patienten mit einem optimierten Muskelstatus in die OP kommen, wird die angestrebte, kürzere Verweildauer vom Zufall zur planbaren Größe.
Motus Health ist das Schmiermittel für Ihre “Drehtür”. Es stellt sicher, dass Ihre Patienten optimiert an der OP-Schleuse ankommen, Ihre Fast-Track-Protokolle besser tolerieren und Ihre Betten schneller für den nächsten Fall freimachen.
Fazit: Von LoS-Reduktion zu Prozess-Optimierung
In der modernen Endoprothetik, getrieben durch das DRG-System, ist die Reduktion der Verweildauer der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit. Die Evidenz zeigt, dass Prähabilitation der stärkste Hebel zur Senkung der LoS ist.
Digitale Lösungen wie Motus Health machen diesen Hebel erstmals skalierbar, messbar und damit ökonomisch wirksam. Sie investieren nicht in eine App, sondern in einen schlankeren Prozess, einen höheren Patientendurchsatz und eine Reduktion Ihrer LoS-bedingten Verluste.
Berechnen Sie Ihr Einspar-Potenzial.
Eine Reduktion der Verweildauer um nur 1,5 Tage kann für Ihre Abteilung sechsstellige Beträge pro Jahr bedeuten. Sehen Sie, wie motus sich in Ihren klinischen Pfad integriert, um Adhärenz zu messen und den Patientendurchsatz zu maximieren.
(Quellen / Weiterführende Literatur)
-
[1] Moyer, R., et al. (2017). The Value of Preoperative Exercise and Education for Patients Undergoing Total Hip and Knee Arroplasty: A Systematic Review and Meta-Analysis. JBJS Reviews, 5(12), e2.
-
[2] McKay, C., et al. (2012). The effect of a prehabilitation exercise program on quadriceps strength for patients undergoing total knee arthroplasty: a randomized controlled pilot study. PM & R, 4(9), 647-56.
-
[3] Gillis, C., et al. (2014). Prehabilitation versus rehabilitation: a randomized control trial in patients undergoing colorectal resection for cancer. Anesthesiology, 121(5), 937-47.


