Was ist Prähabilitation? So werden Sie fit für Ihre OP – Ein Leitfaden für Senioren & Angehörige

Eine Operation steht bevor – sei es ein neues Kniegelenk, eine Hüft-OP oder ein anderer wichtiger Eingriff. Es ist völlig normal, davor Respekt oder Sorge zu haben. Viele Patienten fragen sich: “Muss ich jetzt einfach abwarten? Oder kann ich selbst etwas tun, um alles gut zu überstehen?”

Die Antwort ist ein klares: Ja, das können Sie!

Das Zauberwort heißt Prähabilitation. Das ist im Grunde ein “Trainingsprogramm” vor der Operation, um Ihren Körper bestmöglich auf die bevorstehende Belastung vorzubereiten.

Man kann es sich vorstellen wie einen Sportler, der für einen Marathon trainiert. Die Operation ist Ihr Marathon – und wir möchten, dass Sie stark und vorbereitet an der Startlinie stehen.

Was genau ist Prähabilitation? (Und was ist der Unterschied zur Reha?)

Die meisten von uns kennen die “Reha” (Rehabilitation). Das ist die wichtige Aufbau-Phase nach einer Operation, um wieder auf die Beine zu kommen.

Prä-habilitation ist genau das Gegenteil: Es ist die Vorbereitung vorher.

Das Ziel ist, Ihren Körper gezielt zu stärken und “Reserven” aufzubauen. Denn jede Operation ist für den Körper Stress. Ein gut vorbereiteter Körper steckt diesen Stress viel besser weg, erholt sich schneller und hat weniger Komplikationen.

Warum ist Prähabilitation gerade für Senioren so wichtig?

Mit zunehmendem Alter braucht der Körper oft etwas länger, um sich von Strapazen zu erholen. Eine Operation kann dazu führen, dass man sich danach geschwächt fühlt oder Muskeln verliert, die man im Alltag dringend braucht.

Hier setzt die Prähabilitation an. Studien und die Erfahrung von Ärzten zeigen klar die Vorteile:

  • Schnellere Genesung: Sie werden schneller wieder fit und mobil.
  • Weniger Komplikationen: Das Risiko für Probleme während oder nach der OP (z.B. Infektionen oder Lungenprobleme) sinkt.
  • Kürzerer Klinikaufenthalt: Wer fitter in die OP geht, kann das Krankenhaus oft früher wieder verlassen.
  • Erhalt der Selbstständigkeit: Das ist oft das wichtigste Ziel. Prähabilitation hilft, die eigene Kraft und Unabhängigkeit zu bewahren und schnell in den gewohnten Alltag zurückzufinden.

Die 3 Säulen: Wie “trainiert” man für eine OP?

Prähabilitation stützt sich auf drei einfache, aber sehr wirksame Bereiche:

1. Bewegung (Der Motor)

Keine Sorge, Sie sollen keinen Marathon laufen. Es geht um sanftes, aber gezieltes Training, das Ihr Arzt für Sie freigibt. Das kann leichte Kraftübungen (auch im Sitzen), Spaziergänge oder Atemübungen umfassen. Ziel ist es, Ihre Muskeln, Ihr Herz und Ihre Lunge zu stärken.

2. Ernährung (Der Treibstoff)

Stellen Sie sich Ihren Körper als Baustelle vor. Für die Heilung nach der OP braucht er gutes Baumaterial. Das Wichtigste ist Eiweiß (Protein). Es ist der Baustoff für Muskeln und Wundheilung. Eine eiweißreiche Ernährung (z.B. mit Milchprodukten, Eiern, Fisch oder Hülsenfrüchten) vor der OP ist Gold wert.

3. Mentale Stärke (Der Co-Pilot)

Die Psyche spielt eine riesige Rolle. Angst und Stress vor einer OP sind normal, aber sie verbrauchen auch Energie. Zu lernen, wie man mit dieser Anspannung umgeht – zum Beispiel durch einfache Entspannungstechniken oder Atemübungen – hilft dem Körper, ruhiger und stressfreier durch den Eingriff zu kommen.

Wie funktioniert das im Alltag? Ihr digitaler Begleiter

Das klingt jetzt vielleicht nach viel auf einmal: “Wie soll ich an Bewegung, Ernährung UND Entspannung gleichzeitig denken?”

Hier kommt die moderne Technologie als hilfreicher Unterstützer ins Spiel. Sie müssen das nicht alleine schaffen.

Programme wie Motus Health wurden genau dafür entwickelt, Sie auf diesem Weg sicher zu begleiten. motus ist wie ein persönlicher Gesundheits-Begleiter direkt auf Ihrem Handy oder Tablet.

Statt sich mit losen Zetteln und Anleitungen zu verzetteln, bündelt Motus alles, was Sie brauchen:

  • Ein täglicher Plan: Sie sehen jeden Tag, was zu tun ist.
  • Geführte Video-Übungen: So wissen Sie, dass Sie die Bewegungen sicher und korrekt ausführen.
  • Einfache Ernährungs-Tipps: Wir erinnern Sie an die wichtigen Baustoffe für Ihre Heilung.
  • Mentale Unterstützung: Mit 5-minütigen, geführten Atemübungen finden Sie Ruhe, wenn die Anspannung steigt.

So können Sie sich Schritt für Schritt vorbereiten, ohne sich überfordert zu fühlen.

Ihr nächster Schritt

Sie sind der wichtigste Mensch in Ihrem Behandlungsteam. Sie sind nicht passiv, sondern können aktiv mitarbeiten.

Wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist, fragen Sie Ihren Arzt, Chirurgen oder Anästhesisten gezielt nach Prähabilitation. Fragen Sie, was Sie selbst tun können, um “fit für die OP” zu werden.

Jeder kleine Schritt, den Sie vor der Operation für sich tun, ist ein großer Gewinn für die Zeit danach.

Quellen (Weiterführende wissenschaftliche Informationen)

  1. Gillis, C., et al. (2014). Prehabilitation versus rehabilitation: a randomized control trial in patients undergoing colorectal resection. Anesthesiology.
  1. Barberan-Garcia, A., et al. (2018). Personalised Prehabilitation in High-risk Patients Undergoing Elective Major Abdominal Surgery: A Randomized Blinded Controlled Trial. The Lancet.

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